Rollkur und LDR im Dressurreiten: Zwischen Trainingstechnik und Tierschutzdebatte
1. Was ist Rollkur?
Die sogenannte Rollkur, auch als Hyperflexion bezeichnet, ist eine umstrittene Trainingsmethode im Pferdesport. Dabei wird der Hals des Pferdes extrem tief und eng eingestellt – der Kopf nähert sich der Brust, oft unter starkem Zug der Zügel. Ziel ist es, das Pferd geschmeidiger und kontrollierbarer zu machen. Kritiker sehen darin jedoch eine Form der Zwangseinwirkung, die sowohl physisch als auch psychisch belastend für das Tier sein kann.
2. Ursprung und Entwicklung
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Der Begriff „Rollkur“ tauchte erstmals 1992 in einem Artikel der Zeitschrift St. Georg auf.
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Die Methode wurde besonders durch den niederländischen Trainer Sjef Janssen bekannt, der sie bei internationalen Dressurpferden wie Totilas anwendete.
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Die Internationale Reitervereinigung FEI reagierte 2010 auf die Kritik und führte den Begriff LDR (Low, Deep and Round) ein, um zwischen aggressiver Zwangseinwirkung (Rollkur) und einer angeblich sanfteren Variante zu unterscheiden.
3. Was ist LDR?
LDR beschreibt eine kurzzeitige, tiefe und runde Kopf-Hals-Position, die laut Befürwortern ohne Kraftaufwand oder Aggression erfolgt. Das Pferd soll dabei selbst entscheiden können, wie tief es den Kopf nimmt. Die FEI erlaubt LDR auf dem Abreiteplatz für maximal 10 Minuten, während die klassische Rollkur verboten ist.
4. Argumente der Befürworter
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Verbesserte Beweglichkeit: Einige Trainer behaupten, dass LDR die Geschmeidigkeit und Versammlung des Pferdes fördert.
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Traditionelle Praxis: Es wird argumentiert, dass ähnliche Methoden bereits seit Jahrhunderten angewendet wurden.
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Wettbewerbsdruck: Viele Reiter greifen zu solchen Techniken, um im Spitzensport mithalten zu können.
5. Kritik und Kontroversen
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Tierschutzbedenken: Studien und Tierärzte wie Dr. Gerd Heuschmann warnen vor gesundheitlichen Schäden – etwa Atemnot, Muskelverspannungen und psychischem Stress.
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Täuschung der Öffentlichkeit: Kritiker bemängeln, dass LDR oft auf nicht-öffentlichen Abreiteplätzen praktiziert wird, um Sanktionen zu umgehen.
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Unklare Grenzen: Die Unterscheidung zwischen LDR und Rollkur ist in der Praxis schwer zu kontrollieren und wird oft als kosmetische Umbenennung kritisiert.
6. Wissenschaftliche Erkenntnisse
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Untersuchungen zeigen, dass extreme Kopf-Hals-Positionen die Atmung, den Blutdruck und das Verhalten des Pferdes negativ beeinflussen können.
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Die FEI selbst räumte ein, dass es keine eindeutigen wissenschaftlichen Beweise für die Unschädlichkeit von Rollkur gibt, wenn sie von geschulten Reitern angewendet wird.
7. Fazit: Zwischen Ethik und Leistung
Die Diskussion um Rollkur und LDR zeigt, wie komplex das Verhältnis zwischen sportlicher Leistung und Tierwohl ist. Während einige Trainer auf die Vorteile schwören, fordern immer mehr Reiter, Tierärzte und Organisationen ein Umdenken im Dressursport. Der Weg zu einer pferdefreundlichen Ausbildung liegt in Transparenz, wissenschaftlicher Begleitung und einem ethischen Bewusstsein – denn wahre Harmonie zwischen Reiter und Pferd entsteht nicht durch Zwang, sondern durch Vertrauen.
Fotos / Abb.: S. Hagedorn / Bing / Ai-generated.
Anm: die Autorin hat bewusst auf ai-generated Abbildungen und kein echtes Fotomaterial verzichtet; dies schon vor dem Hintergrund, keine Deffamierungen zu begehen.





















