Ob es nun der sprichwörtliche goldene Oktober ist oder der triste November. In unseren Breitengeraden wappnet sich die Natur und damit auch die Tierwelt für den anstehenden Winter. Es bleibt länger dunkel, Niederschläge häufen sich, die Temperaturen sinken. Alles ist im Wandel und so erfordert es viel von den Tieren, um sich an die geänderten Umstände anzupassen. Dies umfasst nicht nur die Wildtiere, nein, auch unsere Haustiere stimmen sich langsam auf den nahenden Winter ein. 

Um den Wechsel in die kalte Jahreszeit etwas erträglicher und lebbarer zu machen, können auch wir Menschen der Tierwelt behilflich sein. 

Im Folgenden möchten wir ein paar Möglichkeiten aufzeigen, wie der Jahreszeitenwechsel für die Tiere angenehmer gestaltet werden kann. 

 

Der Wechsel der Jahreszeiten stellt nicht nur uns Menschen, sondern auch unsere tierischen Mitbewohner und die heimische Wildtierwelt vor große Herausforderungen. Mit ein wenig Aufmerksamkeit und Fürsorge können wir ihnen den Übergang vom goldenen Herbst in den frostigen Winter deutlich erleichtern.

 

Pferde: Fell, Futter und Pflege im Winter

  • Winterfell und Schur: Pferde entwickeln ein dichtes Winterfell, das sie vor Kälte schützt. Je nach Rasse, Alter und Haltung fällt dieses unterschiedlich aus. Pferde, die regelmäßig geritten werden, werden oft geschoren, um starkes Schwitzen zu vermeiden. In diesem Fall ist eine passende Decke unerlässlich.
  • Raufutterbedarf steigt: Der Energiebedarf steigt bei sinkenden Temperaturen. Hochwertiges Heu in ausreichender Menge ist essenziell, da die Verdauung von Raufutter Wärme erzeugt.
  • Hufpflege im Winter: Nässe und Matsch begünstigen Hauterkrankungen wie Mauke. Regelmäßige Kontrolle und Pflege sind wichtig. Hufeisen mit Stollen oder speziellen Antirutschvorrichtungen bieten Sicherheit auf Schnee und Eis.
  • Bewegung und Stallklima: Auch im Winter brauchen Pferde Bewegung. Ein gut belüfteter, trockener Stall schützt vor Atemwegserkrankungen.

 Haustiere: Fellwechsel und Wohlfühlmaßnahmen

  • Fellpflege intensivieren: Hunde und Katzen entwickeln ein dichteres Winterfell. Regelmäßiges Bürsten entfernt lose Haare und verhindert Verfilzungen.
  • Ernährungsanpassung: Der Stoffwechsel verändert sich – bei aktiven Tieren kann der Energiebedarf steigen. Hochwertiges Futter mit angepasstem Fettgehalt unterstützt die Gesundheit.
  • Wärme und Schutz: Tiere mit dünnem Fell oder ältere Tiere profitieren von wärmenden Mänteln bei Spaziergängen. Schlafplätze sollten warm und zugfrei sein.

 

 Wildtiere im Garten: Füttern und Schützen

  • Vögel füttern: Mit dem Rückgang natürlicher Nahrungsquellen sind Wildvögel auf Zufütterung angewiesen. Fettfutter, Körner und Meisenknödel helfen ihnen durch die kalte Jahreszeit.
  • Eichhörnchen unterstützen: Sie sammeln Vorräte für den Winter. Nüsse, Sonnenblumenkerne und Obst können bereitgestellt werden – am besten in erhöhten Futterstationen.
  • Igel willkommen heißen: Igel suchen einen geschützten Ort für ihren Winterschlaf. Laubhaufen, spezielle Igelhäuser oder geschützte Ecken im Garten bieten ideale Bedingungen. Zufütterung mit speziellem Igel-Futter kann bei untergewichtigen Tieren lebensrettend sein.

 Tiere im Freien: Schutz vor Kälte und Nässe

  • Volieren und Außengehege: Tiere wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Vögel brauchen isolierte, trockene und windgeschützte Unterkünfte. Eine zusätzliche Heizung kann bei starkem Frost sinnvoll sein.
  • Gartenteiche sichern: Ein Teich darf nicht komplett zufrieren – eine kleine eisfreie Stelle sorgt für den nötigen Gasaustausch und schützt Fische vor dem Ersticken. Teichheizer oder Schwimmkörper mit Belüftung sind hilfreich.

 Gesundheitsvorsorge: Prävention ist das A und O

  • Fell- und Hautgesundheit: Regelmäßige Kontrolle auf Parasiten, Hautveränderungen und Verfilzungen ist wichtig. Besonders bei feuchtem Wetter steigt das Risiko für Hauterkrankungen.
  • Hufkontrolle bei Pferden: Neben Mauke können auch Strahlfäule und Rutschgefahr Probleme bereiten. Gute Stallhygiene und regelmäßige Hufpflege sind essenziell.
  • Tierarztbesuche planen: Impfungen, Wurmkuren und Gesundheitschecks sollten rechtzeitig erfolgen, um das Immunsystem zu stärken.

 

Mit ein wenig Umsicht und Engagement können wir dazu beitragen, dass unsere tierischen Begleiter – ob im Haus, im Stall oder in der freien Natur – gut durch die kalte Jahreszeit kommen. Der Winter muss kein Hindernis sein, sondern kann mit der richtigen Vorbereitung eine Zeit der Geborgenheit und Fürsorge werden.

 

 

 

 

Fotos: S. Hagedorn

 

Herz im Herbst

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