Es kommt der Zeitpunkt im Leben eines Tierbesitzers, in dem man sich Gedanken machen sollte, wie man mit dem Ableben des anvertrauten Wesens umgehen wird. Mit dem Tier zieht eben auch die Verantwortung ein um dessen Leben. Natürlich wünscht sich jeder Tierliebhaber, dass sein Tier möglichst lange bei ihm bleiben kann. Und doch ist es so, dass Tiere eben auch nicht ewig leben, ebenso wie der Mensch krank werden kann, einen Unfall haben kann und ggfls. auch, trotz bester tierärztlicher Versorgung mitunter auch die Entscheidung getroffen werden muss, das Tier zu „erlösen“ bzw. zu euthanasieren.
Bei jungen und gesunden Tieren mag man sich das immer ungern vorstellen, aber doch auch dann ist es evtl. sinnvoll, entsprechend Vorsorge zu treffen. Es empfiehlt sich, vielleicht auch ein klärendes Gespräch mit dem behandelnden Tierarzt zu führen. Besonders, wenn das Tier evtl. meinem chronischen Leiden zu tun hat, evtl. gesundheitlich angeschlagen ist und besonderer Medikation und Betreuung bedarf, macht es durchaus Sinn, auch bezüglich der Vorsorge zum Ableben des Tieres Rücksprache mit dem Tierarzt zu führen. Gerade als Tierbesitzer ist es manchmal auch nicht so einfach, den Punkt abzupassen, an dem es einfach nicht mehr geht und – zum Wohle des Tieres – auf zehrende Behandlungen verzichtet wird und das Tier eingeschläfert werden sollte.
Die Entscheidung fällt sicherlich nicht leicht, sollte aber, mit Blick auf das Tier, nicht aufgeschoben werden.
Eine Aufklärung, auch rund um die Einschläferung des Tieres selbst, ist durchaus sinnvoll, da der Anblick des Tieres rund um das Ableben auch für den Tierbesitzer nicht einfach wird. Die Situation an sich, die sowohl beim Tierhalter, als auch bei dem Tier Stresshormone ausschüttet, kann mitunter sehr belastend sein, jedoch sollte der Tierbesitzer, sofern es machbar ist, dem Tier schon die Ehre erweisen und ihm in den letzten Momenten beiseite stehen.
Auch, wenn es ein absolut emotional packendes Erlebnis ist, dem Tier in die Augen zu sehen, während die Lebensgeister und die Seele den Körper des Tieres verlassen, bleibt doch der Eindruck stecken.
Mitunter ist das Tier ein Familienmitglied nahezu auf Augenhöre und das Ableben löst eine Welle an Trauer aus, wie dies auch nach dem Tod eines nahestehenden Angehörigen, Freundes, Partners, Kindes etc. sein kann. Was dies emotional auslösen kann, kann evtl. jemand nachvollziehen, der diese Erfahrung schon durchlebt hat. Wer dies nicht möchte, kann sich ja ggfls. vorstellen, wie es wäre, dem eigenen geliebten Kind in den Minuten des Todes in die Augen zu sehen.
Was soll mit dem Tierkörper geschehen nach dessem Ableben? Das hängt unter Umständen auch von den Umständen des Todes ab und von welchem Tier hier die Rede sein mag.
Aus oben genannten Gründen, nämlich, dass Tiere mitunter Sozialpartner ihres Menschen sind, findet sich auch hier eine riesige Industrie abseits der Tierkörperbeseitigungsanlage. In vielen Regionen gibt es mittlerweile Tierfriedhöfe und Tierkrematorien, die auch bundesweit in einem Netzwerk miteinander agieren. Auch hier kann vielleicht bereits der behandelnde Tierarzt weiterhelfen, da viele Tierärzte auch zu diesen Einrichtungen den Kontakt herstellen können.
Was die Beisetzung, Einäscherung, Verarbeitung angeht, gibt es mittlerweile unzählige Möglichkeiten. So kann man die Asche des Tieres mit nach Hause neben, sie in einer Urne aufbewahren, die Asche zu einem Diamanten pressen lassen, Abdrücke erstellen lassen und und und. Manche Tierhalter lassen ihre Tiere auch von einem Präparator rekonstruieren. So findet sich sicherlich für jeden Geschmack etwas. So morbide dies auch in den Augen vieler Menschen sein mag, so obliegt es vor allem dem Geschmack des Tierhalters, dies zu entscheiden. Zumeist wird der Tierhalter sicherlich auch bei der Entscheidung das Wesen seines Tieres berücksichtigen. So ist es auch durchaus nachvollziehbar, dass jemand dessen Tier Angst vor Feuer hatte, dies vielleicht nicht einäschern möchte. Vielleicht findet das Tier statt dessen seine letzte Ruhe in seinem geliebten Garten (die Satzungen der jeweiligen Kommune gilt es hier zu berücksichtigen).
Obiges ist nicht nur auf Kleintiere zu beziehen. Auch Nutztiere wie z.B. Pferde, Esel etc. können mittlerweile in Krematorien für Großtiere eingeäschert werden und finden ihren Weg wieder heim zu ihren Menschen.
Es empfiehlt sich jedoch, auch vorher bereits Gedanken hinsichtlich der Kosten zu tätigen, da diese mit berechnet werden sollten. Dies klingt nüchtern, ist jedoch auch ein Punkt, den es zu beachten gilt.
Ich kann aus eigener Erfahrung jedem Tierhalter anraten, auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Es wird mit Sicherheit Menschen geben, die es einem zerreden wollen, warum man so viel Geld ausgibt, nur um das Tier einäschern zu lassen. Es war ja „nur ein Tier.“ So wie ich die Erfahrung leider machen musste, kommt sich aber leider häufig von Menschen, denen diese Tiere genauso wenig „wert“ sind wie andere Menschen, da sie in dem Falle (und häufig auch auf ganz anderen Ebenen) nur ihre eigene Sichtweise sehen / hören wollen.
Unschön, aber leider wahr, so kann es auch sein, dass gerade auch Menschen, die im Bezug auf die Entscheidung für das Einschläfern eines Tieres häufig von sich weg drücken, diejenigen sind, die dann wiederum die Menschen kritisieren, die sich im Sinne des Tieres entschieden und entsprechend gehandelt haben.
Ein schlechtes Gewissen braucht der Tierhalter diesbezüglich sicherlich nicht zu haben, da ein umsichtiger Tierhalter mitunter auch kleine Veränderungen im Verhalten des Tieres schon recht zeitig bemerkt und auch andere Meinungen / Empfehlungen z.b. vom Tierarzt bereits eingeholt hat.
Wie so oft im Leben ist sich sicherlich besser, die Entscheidung wohl überlegt getroffen zu haben, als diese Verantwortung dann auf andere projezieren zu wollen.
Ein schlechtes Gewissen oder ungerechte Schuldzuweisungen an dieser Stelle sind sicherlich genau eines. Unangebracht.
Selbiges gilt auch für die Zeit der Trauer, die so individuell ist, wie das Wesen des Menschen an und für sich. Mit ein wenig Empathie, Fürsorge und Zuhören ist es eben doch möglich, miteinander und füreinander da zu sein.
Das geliebte Tier ist mit Sicherheit nicht zu ersetzen! Das muss es aber auch nicht. Wenn sich Euch die Möglichkeit gibt, einem Tier in Zukunft wieder ein Heim zu bieten, so sind die Wege frei.
Das mag etwas sein, dass manche Tierhalter noch von einigen anderen Menschen unterscheidet. Trotz der Tatsache, dass Tierbesitzer, ob des zu erwartenden Lebensalters eines Tieres, mitunter häufiger mit Themen wie Euthanasie, Tod, Trauer konfrontiert sind, doch auch das Herz so weit am rechten Fleck haben, dass die Zuneigung zum Tier, egal, ob es nun Hund, Katze, Maus, Pferd oder Papagei war, stets wieder greifbar ist.
Wie sagt man so schön? Man erkennt seine Schweine am Gang. Ähnlich ist es beim Tierliebhaber. Tiere merken dass und suchen häufig auch von sich aus bereits den Kontakt zu diesen Menschen, auch oder vielleicht auch besonders, wenn diese gerade noch in einer Trauerphase sind. Mitunter habe ich selber schon die dollsten Dinge diesbezüglich erlebt und auch von Bekannten / Freunden erstaunliche Geschichten miterlebt.
Dies wäre noch etwas für einen weiteren Blogpost… und schenkt trauernden Tierhaltern an dieser Stelle hoffentlich mit diesen Zeilen ein klein wenig Zuversicht und Hoffnung.
Ich wünsche es mir, für Euch, für Dich, für mich, für uns!
Schließen möchte ich noch mit ein paar Bildern von unserem Hund, der sich für uns entschieden hat und für den ich dann die Entscheidung getroffen habe. Und das trage ich bei mir. Gestern, heute, morgen!






